06.07.2020
Licht im Auge....

Manchmal hat man einfach kein optimales Licht für bestimmte Bilder.
So ist hier bei Bild 1 die Sonne etwas stark und das Licht relativ hart und seitlich. Dadurch ist zwar ein Auge beleuchtet und "lebendig" durch den Lichtreflex, das andere Auge liegt jedoch im Schatten und wirkt dadurch nur schwarz und "tot".

Was tun?

Am Besten wartet man, bis der Vogel den Kopf zur Seite dreht und das Licht dann auf das dem Fotografen zugewandte Auge scheint, wie im zweiten Bild.
Eine andere Möglichkeit wäre, auf Bewölkung zu warten oder in den Schatten zu wechseln um somit ein diffuseres Licht zu bekommen. (Bild 3)


28.06.2020
Vordergrund gestalten

Oft macht es ein Bild etwas interessanter, wenn man ihm einen weichgezeichneten Vordergrund hinzufügt, wenn man "durch etwas durch" fotografiert.
Hier lohnt es sich, etwas herumzuprobieren. Ist der Vordergrund jedoch zu unruhig, dann wirkt es eher störend, wie hier im mittleren Bild. Zudem ist der Hintergrund hier auch noch etwas ungleichmäßig in der Farbgebung.
Das linke Bild zeigt das Hauptmotiv ohne Vordergrund - ein bißchen langweilig vielleicht?
Das dritte Bild zeigt eine gelungene Mischung aus interessantem Hinter- und Vordergrund, die jedoch nicht vom Motiv ablenken.



15.06.2020
Bird in a box

Bei den Möglichkeiten der guten Kameras und Objektive passiert es schon einmal, dass man etwas "zu viel" Brennweite hat und der Vogel dann zu viel Raum im Bild einnnimmt.
Dann spricht man von "Bird in a box", weil der Vogel wie in einen Schuhkarton eingezwängt wirkt.
Besser ist es, wenn rund um das Motiv noch etwas Freiraum, etwas "Luft zum Atmen" bleibt.


19.05.2020
Blickrichtung

Bei Portraits von Tieren oder auch Menschen, spielt die Blickrichtung eine große Rolle für die Wirkung der Aufnahmen.
Zum einen sollte vor dem Kopf in der Regel mehr Platz als hinter dem Kopf sein. Das Tier braucht Platz für die Blickrichtung. Wenn es direkt an den Bildrahmen schaut, wirkt es schnell eingeengt. Ausserdem folgen unsere Augen gerne dem Blick eines Lebewesens und wir fragen uns im besten Fall: was sieht es denn da?
Zudem ist der Raum hinter dem Kopf oft ein leerer Raum, der dem Betrachter nichts sagt und deshalb das Bild schnell uninteressant wirken lässt. Hier ist bei diesem Bild der leere Raum mit Lavendelblüten gefüllt, was ihm eine gewisses Gleichgewicht gibt, trotzdem schaut die Eule direkt an den Bildrahmen und ist somit etwas "eingekastelt".
Zum anderen kommt ein bißchen Bildpsychologie mit ins Spiel: ist die Blickrichtung von links nach rechts, so symbolisiert das für unser Gehirn Fortschritt, eine positive Tendenz und einen Blick in die Zukunft. Schließlich lesen und schreiben wir auch von links nach rechts...
Blieckt das Tier dagegen von rechts nach links, so hat das leicht etwas melancholisches, wehmütiges und wirkt wie den Blick in die Vergangenheit...
Achtet mal drauf, wenn ihr Werbung seht: soll ein Produkt oder etwas positives beworben werden, so wird der Blick des Portraitierten meist von links nach rechts gehen; dreht es sich dagegen um eine ausgestorbene Tiergattung oder irgendetwas trauriges, dann geht die Blickrichting oft nach links.
Manchmal werden Bilder von Agenturen extra gespiegelt um die gewünschte Wirkung zu erreichen.
Sieht das Tier geradeaus in die Kamera, dann bekommen wir den direkten Blickkontakt und damit den besten Bezug zu ihm. Manchmal wirkt das aber auch ein bißchen langweilig...


19.05.2020
Die Blendeneinstellung

1/3200 s/ f 2.2 / ISO 1000

1/320 s / f 7.1 / ISO 1000

1/2000 s / f 2.8 / ISO 1000

Die Wahl der Blende hat einen entscheidenden Einluss auf die Bildwirkung und den Look des Bildes.
Hier kann man den Unterschied besonders gut sehen:
Das erste Bild wurde mit Blende 2.2 aufgenommen, das zweite mit Blende 7.1. Während die Brille im Vordergrund und der Hintergrund bei Blende 2.2 (weit geöffnete Blende) unscharf und verschwommen sind, erscheint beides bei geschlossenerer Blende viel deutlichen Und schärfer.
Welches Bild man nun bevorzugt, ist Geschmackssache. Wenn ich bei der Aufnahme beide Optionen erhalten möchte, dann fotografiere ich gleich beide Blendeneinstellungen und suche später aus, was mir besser gefällt.
Hier habe ich mich beim endgültigen Bild dann für eine Blendenöffnung von 2.8 und einen etwas anderen Bildschnitt entschieden (Bild 3).